«Miteinander – Füreinander» – Diskriminierungsfreie Szenen für alle!

Trans*Personen, Lesben und Schwule treten heute in der Öffentlichkeit immer sichtbarer in Erscheinung. Dennoch kommt es weiterhin zu alltäglichen Diskriminierungen und Gewalt gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten - nicht nur in der Gesellschaft «da draußen», sondern auch innerhalb unserer queeren Räume. Eigene Diskriminierungserfahrungen schützen uns nicht davor, selbst zu diskriminieren. Vor allem gegenüber Schwarzen, Queers of Color, Personen mit Beeinträchtigungen, Frauen und Menschen, die als Migrant_innen wahrgenommen werden, gibt es Vorurteile und diskriminierende Verhaltensweisen. Besonders davon betroffen sind Menschen, die nicht nur einer Gruppe zugehörig sind, die als «Minderheit» wahrgenommen wird. So wird z.B. noch immer ein Widerspruch zwischen «den Migrant_innen» und «den Homosexuellen» hergestellt, Mehrfach-zugehörigkeiten werden ignoriert. Diese Ausschlüsse passieren aber nicht «einfach so» und sind vermeidbar:

Wir können alle gemeinsam etwas tun, um unsere Szenen zu geschützten Räumen (Safer Spaces) für uns alle zu machen!

Im September 2010 haben sich dafür in Prenzlauer Berg, Kreuzberg/Nord-Neukölln und in der westlichen Innenstadt drei Netzwerke gegründet. In diesen werden Rassismus, Sexismus und Transphobie innerhalb der lokalen queeren Szenen bearbeitet und wirkungsvolle Strategien entwickelt, um diese zu bekämpfen. Auch Behindertenfeindlichkeit und Altersdiskriminierung werden anlass- und situationsbezogen thematisiert. Bei den Netzwerktreffen stellen wir gemeinsam fest, was die dringlichsten Bedürfnisse sind und gehen z.B. in Form von Fortbildungen oder Informationsveranstaltungen auf die Themen ein. Das Wissen um die Lebensrealitäten von «Anderen» ist eine Voraussetzung dafür, vorurteilsbewusste Bündnisse einzugehen. Teilnehmende an den Netzwerken sind Menschen aus Vereinen, Ausgeh-Orten, Beratungsstellen und politischen Initiativen. Die Netzwerktreffen finden alle zwei Monate statt. Engagierte Interessent_innen sind herzlich willkommen. Die Termine können bei GLADT erfragt werden.

Gefördert im Rahmen der Senats-Initiative »Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt« durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen.

(Laufzeit: 1. Juli 2010–31. Dezember 2012).