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«Was geht mich das an?»
Rechtspopulismus stoppen!

Berlin wehrt sich gegen Rassist_innen! Berlin ırkçılara karşı direniyor!

Rechtspopulist_innen wollen Berlin am kommenden Wochenende mit einer Hass-Offensive gegen Migrant_innen überziehen. Für Sonnabend ist ein Auftritt von Geert Wilders geplant, einem der gefährlichsten der zahlreichen Demagogen, die derzeit überall in Europa im Aufwind sind. Seine Hetze hat ihm in Holland einen großen Wahlerfolg beschert. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der selbsternannten «Bürgerbewegung Pax Europa» und des islamfeindlichen Webportals «Politically incorrect», die ihn eingeladen haben. Zusätzlich hat «pro Deutschland» am Sonntag eine «Solidaritätskundgebung» für Thilo Sarrazin angemeldet

Wir alle erleben in diesen Tagen mit Entsetzen, wie vor dem Hintergrund der zunehmenden sozialen Verwerfungen in unserem Land der Medienhype um das Pamphlet des Ex-Staatsbankers Thilo Sarrazin der rassistischen Ideologie in die Hände spielt: Inzwischen werden hierzulande sogar schon Ansätze aus der Nazi-«Wissenschaft» als ernstzunehmende Beiträge zur Lösung von «Integrationsproblemen» diskutiert. Spätestens jetzt muss allen in den queeren Communities klar sein, wohin die Reise geht: Wo man anfängt, zu biologisieren, was gesellschaftlich ist, und es um die Züchtung erwünschter sozialer Eigenschaften geht – da werden Lesben, Trans* und Schwule unweigerlich die Nächsten sein, egal ob sie sich dem Zeitgeist anzupassen versuchten oder nicht. Alle demokratisch gesinnten Menschen sind heute gefordert, die Rechtsentwicklung zu stoppen, bevor es zum Schlimmsten kommt!

GLADT ist bekanntlich von Anfang an Teil des breiten Bündnisses «Rechtspopulismus stoppen» aus Parteien, Antifa, Gewerkschaften und anderen zivilgesellschaftlichen Zusammenhängen. Wir haben uns inzwischen auf ein Selbstverständnis als Grundlage einer längerfristigen Zusammenarbeit geeinigt; das Papier wird im Lauf des Oktobers veröffentlicht werden. Für die nächsten Tage rufen wir erneut gemeinsam zum Handeln gegen die rechtspopulistische Gefahr auf:

Die Mobilisierungsveranstaltung mit Hintergrundinformationen und Hinweisen zum aktuellen Stand findet statt am Donnerstag, den 30. September 2010, ab 18 Uhr 30 im Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Straße 130, 10999 Berlin. Kommt zahlreich!! Dort wird auch zu erfahren sein, wann und wo genau wir am Sonnabend, den 2. Oktober Geert Wilders nach Hause schicken. Schon jetzt wissen wir aber, dass uns verschiedene linke und grüne Parlamentsabgeordnete aus den Niederlanden dabei unterstützen werden. Und: Von uns wird dabei keinerlei Eskalation ausgehen! Am Sonntag, den 3. Oktober, werden wir ab 14 Uhr an der Gedächtniskirche/Breitscheidplatz unsere Solidarität mit den Opfern der rassistischen Hetze à la Sarrazin beweisen. Achtet bitte auch auf aktuelle Ankündigungen auf der Bündnisseite.

 

«Diskriminierungen in LGBTTI-Szenen» am 30. September um 20 Uhr

Diskriminierungen und Ausschlüsse gibt es auch innerhalb der LSBTTI-Szenen im Prenzlauer Berg. Vertreter_innen von [moskito], GLADT e.V. und dem Sonntags-Club werden jeweils zu ihren Einschätzungen über vorhandene Ausschlüsse in queeren Räumen referieren und der Frage nachgehen, wie eine diskriminierungsfreie Szene aussehen kann.

Im Anschluss werden gemeinsam mit dem Publikum mögliche Handlungsstrategien bei Diskriminierungen diskutiert.

Die Veranstaltung wird moderiert von Gudrun Fertig (Journalistin).

Ort: Sonntags-Club, Greifenhagener Str. 28, 10437 Berlin

Datum: 30. September 2010

Uhrzeit: 20 Uhr

Eintritt frei.